Charakterschwäche der Leistungsträger ist Krise

Ackermann wehrt sich gegen Regierungs-Rüge

Jetzt gibt er klein bei: Für seine abfälligen Bemerkungen zum Rettungspaket musste Josef Ackermann Prügel einstecken – nun ist alles anders. Die Deutsche Bank würde das Paket befürworten, auch wenn seine Bank das Geld nicht nötig habe.

 

Glos: Banker müssen Reue zeigen

Das Vertrauen ist futsch. Um es wieder zu gewinnen, wünscht sich Wirtschaftsminister Glos von den Managern ein Zeichen der Reue – und des Verzichts. Sie sollten ihre Bonuszahlungen streichen, so wie es Deutsche Bank-Chef Ackermann gemacht hat.

Ackermann entwickelt sich zum Buhmann der Nation

 

Glos und Ackermann, zwei Kontrahenten, die sich nicht verstehen. Obwohl sie beide das Gleiche wollen – in Ruhe gelassen werden und die Taschen voll. So sieht Reue aus bei dem einem und die Kooperation bei dem anderen. Und sie sind austauschbar, treffen sich oft aber ohne Ergebnis, weil sie keins haben wollen. Es läuft doch alles gut. Der Staat steht mit 500 Milliarden parat, falls es widererwarten nicht laufen sollte. Egal wie, die Lobbyisten haben Konjuktur, stehen auf den Fluren der Ministerien und bereiten die Gegenseitigen Scheingefechte. Damit wird die öffentliche Meinung in der Illusion gehalten, es passiert schon das Richtige und alle werden gerettet. Im Moment wird nur ausgesessen – auf einem Sack voll frisch gedruckten oder noch gar nicht vorhandenem Geld. Charakter ist anders. Mit Charakter verfolgt einer ein ethisches Ziel, ein Ergebnis, von dem alle profitieren. Auch die, deren Geldbörse von Hunger offen bleibt.

Das eiligst innerhalb einer Woche schnell zusammengenähtes Rettungspaket-Gesetz (Finanzmarktstabilisierungsgesetz – FMStG) zeigt in Verbindung mit der dazugehörenden Rechtsverordnung, dass durch Geheimhaltungen und Rücksichten auf Empfindlichkeiten der Bankvorstände die Interessen der Bürger und Bürgerinnen nicht gewahrt sind. Banken sind doch nicht „öffentliches Gut“ sondern eine Spielwiese für Bankvorstände und Aufsichtsräte, die Möglichkeiten das Geld quasi mit staatlicher Hilfe selbst drucken zu können, nicht aus der Hand geben wollen. Wir brauchen aber für die Bewältigung der heutigen und zukünftigen Probleme keine heiße Luft in der Geldwirtschaft, sondern ordentliches kaufmännisches Haushalten und Verhalten. Eine Bank ist letztlich auch nur eine Firma wie Maschinfabriken u.a., mehr nicht – auch wenn Herr Ackermann und Kollegen es gerne hätten. Sie müssen ehrlich ordentlich wirtschaften, dann können sie den Anspruch auf Wirtschaftsethik erheben. Im Moment ist Demut und Besinnung auf Regeln des wirtschaftlichen Zusammenlebens eines Gemeinwesens angesagt.

 

Mehr Armut im reichen Deutschland

 

Drei Millionen Haushalte überschuldet

 

Fünf-Punkte-Plan: Minister plant Konjunkturpaket

Banken gerettet, nun kommt die Konjunktur dran: Um die lahmende Volkswirtschaft anzukurbeln, will Wirtschaftsminister Glos ein Fünf-Punkte-Programm auflegen – und Steuern senken, sagte er im ZDF. Gerade das dürfte Knatsch mit dem Finanzminister bedeuten.

Und völlig ungeplant plant unser Wirtschaftsminister ein Konjunkturpaket. Pakete haben Konjunktur. In den Läden sind schon längst Schokoladenberge von Weihnachtsleckereien ausgestellt, also muss Herr Glos seine Weihnachtsgeschenke noch schnell dazu stellen. Wozu? Profilproblem der CSU? Den verlorenen Glanz einer Landespartei mit Bundesmitteln polieren? Es sieht so aus.

 

Auf jeden Fall Charakter und Parteiinteressen hin oder her – es fehlt immer noch eine Lösung, die dem System Gesellschaft wieder Luft zum Atmen gibt. Die sozialistisch-kommunistischen Ideen, die von der Linkspartei vehement propagiert werden sind genauso untauglich, wie der in Krisen leicht zu erwartende Ruf nach dem starken Mann oder nach der starken Hand. Neuerdings gibt es sogar eine neue Bezeichnung: der demokratischer Kapitalismus – soweit ist die Verwirrung bereits gekommen, dass die Medien und die Politiker Begriffe durcheinander bringen. oder hat sich der Kapitalismus seit 1918 nicht in Demokratie entwickelt. Und in den USA ist die Demokratie auch schon ein wenig älter.

Schluck aus der Flasche

Konjunkturexperten aus den Wirtschaftsforschungsinstituten warnen vor Konjunkturprogrammen, da diese meist aufgrund der Mitnahmeeffekte sehr ineffizient sind. Zudem gebe es die Gefahr, dass die Branchen zum Teil mit Preissteigerungen reagierten. Die Subventionierung einzelner Produkte sei völlig verfehlt. Zustimmung gab es jedoch zu einer steuerlichen Entlastung der Bürger. (FAZ)
Der Irrglaube der Politiker zu glauben, man könne die Wirtschaft steuern oder gar beherrschen grenzt an völlige Selbstüberschätzung. Wenn das möglich wäre, hätte eigentlich die Planwirtschaft des Ostens über die Marktwirtschaft triumphieren müssen. Das Gegenteil war der Fall. Wie man auf den Gedanken kommen kann, energieeffiziente Kühlschränke zu subventionieren, erschließt sich nicht. Wir wären so etwas von froh, wenn sich die Politik endlich auf das konzentrieren würde, was sie wirklich beeinflussen kann: die Rahmenbedingungen einer Wirtschaft. Und da versagt sie ein ums andere Mal. Wie übrigens die Finanzkrise eindrucksvoll offenbart.

 

Nein – hier hilft nur vernetztes Denken, wirklich ernsthafte systemische Antworten auf die Fragen der Gegenwart und der sich daraus ergebenden Zukunft. Also nachdenken ist angesagt und endlich Weg von der psychomotorischen Unruhe beim Versuch mit hysterischen Schnellschüssen Systemkorrekturen erreichen zu wollen. Dabei wird der Konflikt, die Krise nur in einer Scheinlösung festgehalten, so lange, bis das System umkippt. Dann bleibt nichts anderes übrig, als Aufbau. Besser ist eine Behandlung der neurotischen Gier, die sich in entgleiste psychotische Episode entlädt, als so zu tun, wie wenn das Wirtschaftssystem nicht kränkeln würde. Als erstes muss wohl die Berechnung des Ertrags bereinigt und neu definiert werden. Der Anteil von Subventionen, vor allem bei großen Konzernen bedeutsam, muss erkenntlich sein, sonst ist die Beurteilung der Produktivität nicht möglich.

 

 

Silber und Gold in der Krise
In unsicheren Zeiten wie diesen suchen viele Anleger nach Sicherheit in der Geldanlage. Geht es Ihnen auch so? Eine Möglichkeit sind dabei schon seit langer Zeit die Edelmetalle – hier vor allem Gold und Silber. Papierwährungen kommen und gehen, aber der Wert von Gold und Silber bleibt auch über Jahrhunderte bestehen.
Die Schwankungen am Gold- und Silbermarkt haben in der jüngsten Vergangenheit deutlich zugenommen. Dies war oft ein Anzeichen dafür, dass eine große Preisbewegung bevorsteht. Auf Grund der aktuellen Marktlage besteht für mich kaum ein Zweifel, dass diese Preisbewegung ganz klar nach oben sein wird. Dann sind die Höchstkurse beim Gold von rund 1.000 Dollar und beim Silber von gut 20 Dollar nur Zwischenstationen.
Der aktuelle Preisdruck bei den Edelmetallen ist vor allem auf die Liquidationspanik von vielen Großinvestoren zurückzuführen. Um andere Positionen bedienen zu können, waren beispielsweise Hedge Fonds gezwungen, Liquidität zu schaffen und das am besten mit Positionen, die noch im Plus standen. Da boten sich in erster Linie Gold und Silber an. Die Reaktion am Markt blieb nicht aus und setzt sich bis heute fort: Mit aktuell 770 Dollar nähert sich der Goldpreis dem Jahrestief von gut 740 Dollar von Mitte September. Silber kostet sogar wieder deutlich unter 10 Dollar. Dies ist der niedrigste Preis seit Juni 2006.
Doch ohne Zweifel werden die Edelmetalle wieder ihre Bedeutung als sicherer Hafen in der Geldanlage bekommen. Und dann wird es rapide nach oben gehen. Bedenken Sie nur, welche Verwerfungen es in den vergangenen Wochen erst in den USA und dann auch bei uns in Europa gegeben hat. Und was passiert: Der US-Dollar gewinnt gegenüber dem Euro massiv an Wert und gleichzeitig gibt der Goldpreis stark nach. Dieses Missverhältnis wird nicht mehr lange Bestand haben.
Gold und Silber haben etwas vorzuweisen, das viele der als sicher und absolut gewinnbringend beworbenen Strategien und Zertifikate gerne hätten: Eine mehr als 3.000-jährige Erfolgsgeschichte. 3.000 Jahre Menschheitsgeschichte – das sind auch 3.000 Jahre gefüllt mit Katastrophen, Fehlinvestitionen, Pleiten und Pannen, den kleinen im privaten Bereich wie auch den großen bis hin zu Staatsbankrotten und Kriegen.


Werterhalt über Generationen und Jahrhunderte

Das mächtige römische Reich ist längst untergegangen, die Staatsschulden und Aktiengesellschaften jener Ära mit ihm und auch das „Betongold“ der damaligen Zeit besichtigen Sie heute als Trümmer auf dem Forum Romanum oder an anderen historischen Orten. Doch die Gold- und Silbermünzen jener Zeit, die haben auch heute noch ihren Wert. Allein sie haben den Untergang überlebt.
Legen Sie die Münzen auf die Waage und jeder Edelmetallhändler wird Ihnen sofort einen Preis nennen und die historischen Stücke in Bargeld umtauschen. Nicht nur in Deutschland, überall auf der Welt fungieren Gold und Silber wie Bargeld. Eine solche, weltweit anerkannte Wertaufbewahrungsfunktion erreichen nicht einmal die Diamanten und die sind, wenn man der De Beers-Werbung trauen darf, angeblich doch unvergänglich.

 

Auch jetzt sind Gold und Silber als Krisenwährung wieder gefragt
In den vergangenen Jahren kamen Gold und Silber etwas aus der Mode. Erst waren Internetaktien hip, dann Zertifikate. Die ersten haben sich inzwischen vielfach als Schall und Rauch erwiesen und mit den Zertifikaten machen die Anleger gerade unfreiwillig ihre schlechten Erfahrungen. Doch Gold und Silber halten ihren Wert, sichern Kaufkraft.
Wer seine Stromrechnung von heute mit der von 1997 vergleicht, wird feststellen, dass die Preise fast die gleichen sind. Nur die Währung hat sich geändert: Aus der alten D-Mark wurde Euro. Dass sich die Löhne und Gehälter leider nicht in der gleichen Weise entwickelt haben, darüber schweigen sich Politik, Notenbanken und Statistisches Bundesamt wohlwissend aus.
Doch als Goldbesitzer kann Ihnen das alles egal sein. Für 500 Gramm zahlte man zwischen 1997 und 2001 rund 9.000 Mark. Heute müssen Sie mindestens 9.000 Euro auf den Tisch legen, um gleich viel Gold zu erhalten. Und der Goldpreisanstieg hat gerade erst begonnen. Nicht umsonst wurden die Edelmetallhändler während der vergangenen Wochen geradezu mit Aufträgen überschwemmt.

 

Die Flucht ins Gold hat bereits eingesetzt
Ein kleines Detail am Rande: Wissen Sie zufällig, welche Personengruppe bei einem Frankfurter Händler besonders viel Gold und Silber orderte? Nein? Nun, es waren die Banker der Frankfurter Hochfinanz. Sie wissen, jene Leute, die sonst immer mit zwei Telefonhörern gleichzeitig am Ohr Millionenbeträge zu bewegen pflegen. Ausgerechnet die schichten jetzt massiv in die Edelmetalle um!
Insider am Markt beobachten schon lange, dass das smarte Geld der besonders vermögenden langsam aber sicher ins Gold wandert. Als der Geheimtipp schlechthin gilt jedoch der Silbermarkt. Er ist besonders heiß, denn Silber ist knapp und das verspricht auf Dauer Gewinne, die sogar noch über denen von Gold liegen werden.

 

Blick auf die Geschichte.

Wahrscheinlich braucht es einfach ein wenig Zeit, damit die Programme greifen. Doch zur vollständigen Beantwortung dieser Frage lohnt der Blick auf die Geschichte. Gerade Deutschland bietet erstaunliche Parallelen zur aktuellen Krise. Die Ähnlichkeiten mit der großen Depression 1929 sind unübersehbar – auch damals stockte die Wirtschaft, weil die Banken zusammen brachen, letztlich der Kreditmarkt stockte und die Industrie unter der Kreditklemme litt. Deutschland befand sich 1931 mitten in einer scharfen Rezession, die später als Weltwirtschaftskrise in die Geschichte eingehen sollte. Damals brach die österreichische Creditanstalt zusammen – die größte Bank des Landes und zugleich eine gigantische Holding mit umfangreichem Aktienbesitz. Durch direkte und indirekte Beteiligungen hatte sie 60 Prozent der österreichischen Industrie kontrolliert. Darauf hin brach auch in Deutschland eine Panik aus, die Sparer stürmten die Bank – mehrere Kreditinstitute wackelten..

Damals griff Reichskanzler Heinrich Brüning weit radikaler als heute durch: Er verstaatlichte die deutschen Banken per Dekret und schmiss ohne Pardon die Chefs hinaus. Die Dresdner Bank gehörte dem Staat schließlich zu 90 Prozent, die Commerz- und Privatbank zu 70 Prozent, und die Deutsche Bank zu einem Drittel. Die Banken wurden nach dem Willen der Regierung saniert, bei Bedarf zur Fusion mit einem Konkurrenten gezwungen. Ein Drittel der Deutsche-Bank-Vorstände musste gehen, bei der Commerzbank die Hälfte. Bei der Dresdner Bank durfte nur einer noch bleiben. Und genau das ist der entscheidende Webfehler der aktuellen Notpläne: Derzeit sind sie noch viel zu lasch. In den USA müssen nur neun Banken mit einem Zwangseintritt des Staates rechnen. In Großbritannien und Deutschland basiert der Notplan auf dem Prinzip der Freiwilligkeit – keine Bank ist gezwungen, den Staat als Aktionär zuzulassen. Und hier beginnt das Zögern, denn der Vorstand einer taumelnden Bank, die Geld vom Staat annimmt, muss seine Entmachtung akzeptieren: Das Gehalt wird gesenkt, die Boni gehen flöten.. Und dann soll noch irgendein beamteter Staatssekretär mit mickrigem Gehalt einem Banken-Chef Vorschriften machen? Völlig undenkbar für all die Spitzen-Banker, die sich für Götter halten.
Also wird vorerst alles versilbert, was noch in den Tresoren liegt – alles muss raus. Damit stehen die Egos der Banken-Chefs der Erholung der Wirtschaft und der Börse im Wege. Bleibt zu hoffen, dass diese Lücke in den Notplänen endlich geschlossen wird, damit es wieder aufwärts gehen kann.

Die zweite Möglichkeit wäre natürlich, die Vorstände der Banken ungeschoren davon kommen zu lassen und ihnen überhaupt nicht ans Portemonnaie zu gehen. Einige Experten favorisieren tatsächlich diese Lösung und verweisen darauf, dass es staatliche Manager auch nicht besser können. Damit stellt sich die Frage, ob dies politisch durchsetzbar und opportun wäre.

 

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