Bildungsrepublik der Spritzen-Politik

Wieder ein neuer Begriff: demographische Rendite. Und das in der Debatte um bessere Bildungspolitik. Aber ein Gutes hat es – es zeigt die inhaltlose Planwirtschaft von Frau Merkel und Frau Schavan deutlich an. Beim Bildungsgipfel sind lediglich zwei Stunden für ein Gespräch zwischen der Kanzlerin und den Länder-Regierungschefs vorgesehen und die Themen kaum überschaubar, die Erwartungen hoch. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, mit schlechtem Abschluss arbeitslos zu werden, fast nirgends so hoch wie in Deutschland. Dabei sind bei den wirtschaftlich Schwächsten, bei den Hartz IV Empfängern Kosten für Bildung gar nicht vorgesehen.

Dabei ist die Situation der Kinder in der Republik alarmierender als dass es die Schulnoten zeigen könnten. Frau Merkel unterwegs auf Bildungsreise, besonders schick sollte alles aussehen, bloß keine unangenehmen Überraschungen, wenn die Kanzlerin kommt. Bildung soll Angela Merkels heißes Wahlkampfthema werden und so machte sie sich auf, einen Monat lang Kitas, Schulen und Hochschulen in der Republik zu besuchen. Gesehen hat sie dabei vor allem Vorzeigeschulen, perfekte Kulissen für die Kameras der Journalisten. Aber Frau Merkel, ihre Bildungministerin (Schavan: Milliardenspritze für Bildung) und deren Zuarbeiter sehen nicht oder wollen lebensnahe Probleme nicht wahrhaben.

Beispielsweise haben „…Verhaltensauffälligkeiten bei Kinderndeutlich zugenommen„, sagt der Sprecher des Berliner Berufsverbands der Kinderärzte Dr. Ulrich Fegeler. Die betroffenen Kinder neigen seinen Angaben nach zu neuartigen, stark ausgeprägten Formen der Aggression und lassen sich nur schwer oder gar nicht beruhigen. Oft würden sie später delinquent. Solche Probleme, Hauptschule und die 70.000 Schulabbrecher sind die Hauptindikatoren für eine erfolgreiche Bildungspolitik.

 

Es ist immer das gleiche Prinzip: Wenn man sich an den Schwächsten und an den Problemen eines Gemeinwesens orientiert, dann kommen alle Mitglieder der Gesellschaft am besten zu besseren Ergebnissen durch. Spritzen sind nur eine Notfallbehandlung von unerwarteten akuten Zusammenbrüchen oder von verschleppten, unbehandelten Krankheiten. Der Streit darüber, wer wie unseren Nachwuchs erzieht, dazu der Bund-Länder Konflikt – all diese Diskussionen sind so alt wie die Bundesrepublik.

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