Rezession kommt nach Subvention

Hier auf mentalnet news haben wir es einige male schon angesprochen. Die Erfahrungen von sozialistischen und kapitalistischen Systemen sind nichts gegen die Erfahrungen, die wir noch mit dem System von Subventionen (Subventionsystem) machen werden. Zunächst sind wir mit einer Rezessionsangst konfrontiert.

„…Schuld an der anhaltenden Verschlechterung der Stimmung ist laut GfK-Studie die hohe Inflation und die explodierenden Energiepreise. Sie verunsichere die Bürger zunehmend und lasse sie um ihre Kaufkraft fürchten. Der Index der persönlichen Einkommenserwartung verlor im Vergleich zum Vormonat 12,8 Punkte auf minus 20 – der niedrigste Wert seit 2004. Vor einem Jahr hatte er noch bei plus 27,9 Punkten gelegen…Damit signalisieren alle wichtigen Stimmungsbarometer einen Abschwung: Im Juli


fiel das Ifo-Geschäftsklima auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren, die ZEW-Konjunkturerwartungen der Börsenexperten sanken auf ein Rekordtief. Auch aus der realen Wirtschaft häufen sich die schlechten Nachrichten. Die Industrie sammelt seit Ende 2007 Monat für Monat weniger Aufträge ein und drosselte deshalb die Produktion. Von den negativen Schlagzeilen ließen sich die 2000 von der GfK befragten Verbraucher anstecken. Sie schätzen die Aussichten für die Konjunktur so pessimistisch ein wie seit fast drei Jahren nicht mehr. „Die Rezessionsängste werden stärker“, sagte GfK-Experte Ralf Bürkl…“Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraftzuwächse, die sich zunächst aufgrund der teilweise ansehnlichen Tariferhöhungen in einigen Branchen überaus erfreulich entwickelten, mehr und mehr schwinden“, erklärt Bürkl…“

Dem gegenüber werden Politiker wie Wirtschaftsminister Michael Glos nicht müde, bei Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr zu bleiben. „..Es werde weiterhin ein Wachstum von 1,7 Prozent 2008 und 1,2 Prozent 2009 erwartet, sagte sein Sprecher Steffen Moritz am Montag in Berlin. Das konjunkturelle Umfeld sei robust…“

„…die Inflation bleibt auf dem 15 Jahreshoch. Die Verbraucherpreise stiegen wie schon im Juni um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg hatte es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,2 Prozent gegeben. Experten sehen den Höhepunkt der Teuerungswelle erst im August erreicht, wenn die angekündigten Strom- und Gaspreiserhöhungen kommen…Preistreiber Nummer eins blieb das teure Öl. Ein Fass Rohöl kostete am 11. Juli mit mehr als 147 Dollar so viel wie noch nie. In der zweiten Monatshälfte sank der Preis zwar spürbar und liegt derzeit um gut 20 Dollar unter seinem Rekordhoch. Weil die Statistiker aber die Preise zur Monatsmitte auswerten, machte sich dieser deutliche Rückgang in der Teuerungsrate noch nicht bemerkbar…“ 

Steigt der Ölpreis um einen Dollar, erhöhen sich die OPEC-Exporterlöse um elf Milliarden Dollar. Damit verbuchen die OPEC-Länder Leistungsbilanzüberschüsse: Saudi-Arabien für 2006 von 76 Milliarden Dollar, OPEC insgesamt 649 Milliarden Dollar, also ein Plus von 22% gegenüber 2005. Im Jahr 2008 soll ein Plus von 100 Milliarden Dollar dazu kommen – Gesamteinnahmen von 850 Milliarden Dollar.

Alle starren auf Öl und dessen Energiepreis. Als ob es keine anderen Probleme gäbe. Zum Beispiel Energieproblem. Den gibt es. Nur wird es wieder im Stil des staatlichen Dirigismus zu Gunsten von Subventionen empfangenen Lobbyisten gelöst, aber es wird nichts am System selbst verändert. Warum auch. Die Lobbyisten und deren Hintermänner leben davon ganz gut, die Ölproduzenten freuen sich über die Öl-Spekulanten und über die höhere Nachfrage aus den aufstrebenden Ländern wie China oder Indien. Sogar politische Anfänger wie Präsident Chavez in Venezuela können dank Öleinnahmen plötzlich drauf bauen, die weltpolitische Karte zu verändern – bietet Russland freimütig Stützpunkte an.

Medienstar Obama tritt zwar auch in Berlin vor 200.000 Menschen auf, vermeidet es aber geschickt, Probleme beim Namen zu nennen und Antworten auf Fragen zu geben, die keiner stellt. Nicht umsonst hat sich der Präsidentschaftskandidat jegliche Transparente in Berlin verbeten. Sie könnten eventuell daheim in USA die TV-Bilder stören und eventuell auch Fragen aufwerfen, die wirklich auf den Fingern brennen.

Was haben wir schon gerade hinter uns:

Die IT-Blase, das Zusammenkrachen von überbewerteten Werten der IT-Branche.

Die Immobilienblase, die gerade mühsam aufgeräumt und das schlimmste durch staatliche Übernahmen von angeschlagenen Banken verhindert werden muss. Das Zusammenbrechen des britischen Immobilienmarktes steht uns noch bevor – die ersten Anzeichen von massiv abfallenden Werten und Flucht aus den britischen Papieren sind schon da.

Wir sprechen über Inflation und Rezession, die durch eine gigantische Ölpreissteigerung im Wesentlichen verursacht sein soll. Dabei schwimmen wir in einer Ölblase – d.h. keiner weiß, wie viel Öl für welchen Preis und wie lange noch aus dem Boden zu bekommen ist. Und es scheint reichlich spät zu sein, um alternative Energien rechtzeitig zum Stichtag des Ölmangels mit vernünftigen Wirkungsgrad und zum vernünftigen Preis zur Verfügung zu haben. Hier haben alle Entscheidungsträger 20 Jahre lang geschlafen und sich auf den „goldenen“ Träumen der Ölindustrie ausgeruht, sich von deren Gewinnen blenden lassen.

Was uns bevorsteht sind die Auswirkungen der Geldblase.

Er war auch beim Gelddrucken dabei:

Greenspan spricht von historischer Finanzkrise
Ex-US-Notenbankchef: Weitere Bankenpleiten

Die Beschwichtigungen der Politiker und die Ängste der Bevölkerung – diese Diskrepanz ist begründet. Die Politiker versuchen mit Durchhalteparolen und Feuerwehraktivitäten ihre Amtszeit zu überleben. Über die realen Hintergründe können sie dann Memoiren schreiben, die sich auch noch gut verkaufen sollten. Die Bürger spüren, dass ihr Geld immer weniger Wert wird und befürchten, dass von Ihnen geschaffenen Werte, wie Immobilien auch an Wert verlieren werden. Die Politiker versuchen ihre beschwichtigenden Reden damit kurzfristig als Realität zu realisieren, in dem sie mit neuen Subventionen beide Seiten, Konsumenten und Produzenten am Laufen zu halten versuchen. Konsumenten und Produzenten sind eine Weile dankbar, weil sie sich einige Monate keine Sorgen machen müssen. Die Politiker empfangen derweilen Ovationen und schauen sich nach dem nächsten lukrativen Job um – am besten bei der Firma, die sie mit den Subventionen am besten bedient haben.

Ist also das Öl der Schmierstoff der Marktwirtschaft oder die Subvention. Es müsste untersucht werden, wie viele realen Werte mit der Produktion tatsächlich geschaffen werden und wie viele Blasen mit Hilfe von Businessanzügen produziert werden.

Im Bankenbereich ist die Blase von Zockerpapieren, sog. Derivaten bereits 90 Billionen Dollar groß. Was ist wenn die Platzt?

Diese Größe neben den Ausgaben für den Irakkrieg und andere Kriege, mit denen sich die Rüstungsindustrie überall auf der Welt aus Steuergeldern saniert, stellt die ultimative Frage: Woher kommt eigentlich das Geld?
Die Antwort ist leider beängstigend: das Geld kommt aus der Geldpresse. Will sagen, wenn es an Geld mangelt drucken die Regierungen, vorne dran die USA das Geld nach, was sie meinen, dringend zu brauchen. Wir haben also in der Welt viel Geld, hinter dem keine Werte stehen. Bedeutet: wenn beim Handel mit den Bankderivaten für knapp 90 Billionen US-Dollar der Strom längere Zeit ausfällt, diese Derivate dann nichts Wert sind. Sie sind nur solange Wert, so lange sie jemand haben will, oder so lange sie überhaupt zur Verfügung stehen. Wenn der Strom ausfällt, dann sind Derivate nichts Wert. Eine Immobilie z. B. ja. Aber wenn die Derivate und die Ölblase die Geldstabilität und Geldwert demontieren, wird auch der Preis einer guten Immobilie schließlich folgen müssen – denn es muss sie jemand kaufen wollen. Mit dem Geld, das auf dem Markt gehandelt wird. Im Moment also nach der gigantischen Geldmenge zu beurteilen – für Spielgeld.

Die Politiker haben nicht nur Ökologie und Bildung verschlafen, sie haben sich alle miteinander in einem System von Subventionen verstrickt, heden freien Markt in einem Subventionsmantel eingehüllt, so dass keiner heute sagen kann, ob das eine oder andere Produkt noch wirtschaftlich hergestellt ist. Deshalb sind auch die Wanderungen der Industrie in der Landschaft der Weltarbeitsteilung der Ebbe und Flut am nächsten. Die freie Marktwirtschaft ist schon lange durch Subventionen zur Marktwirtschaft der Mittelbeschaffung geworden. Die Innovationen lassen dabei aber dabei nach. Wie immer, wenn das Leben zu bequem gehalten wird, werden wir fett und unbeweglich.

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