Zypern als Trojanisches Pferd für die Enteignung von Sparern

Kaminfeuer©Dr.M.E.Waelsch
Kaminfeuer©Dr.M.E.Waelsch

Das eingelagerte Geld bei den Zypriotischen Banken habe wohl nicht gereicht. Während der Nacht der Rettungsverhandlungen in Brüssel könnte diese Tatsache wahrscheinlich den EU-Finanzministern zu Ohren gekommen – die gut vernetzten Vermögenden hätten es wieder geschafft, ihre Millionenbeträge rechtzeitig vor der Anweisung der Zypriotischen Notenbank außer Landes zu bringen. Es war weniger Geld in den Banken vorhanden.

Nun haben es die Finanzminister der EU verstanden aus der Befindlichkeitsstörung ein Test zu entwickeln – kleines Land, da könnten sie doch versuchen, wie es sich auswirken würde, wenn sie die Einlagesicherung von 100.000 EURO übergehen und auch die Sparer unter 100.000 zu Kasse bitten würden. So gesehen ist Zypern für die Finanzminister der EURO-Gruppe als kleines Land ein Testfeld der Belastungsfähigkeit von Euro-Bürgern. Wir können daraus entnehmen, dass dieses Trojanisches Pferd als neue Rettungsart in Zypern am Samstagmorgen aufgestellt wurde.

Das Gerücht, das Geld würde die Welt regieren, ist schon einige Jahrhundert alt. Wenn stattdessen die Banken regieren, dann ist es neu; hat sich in den letzten zwanzig Jahren dahin entwickelt. Diese Entwicklung ist von den Regierungen durch Deregulierung der Finanzmärkte und der Bankenorganisation erlaubt worden – die Demokratie haben die Regierungen damit ohne Not in Gefahr gebracht. Nun müssen sie mühsam das Geld zusammen kratzen, das die Banken in vernetzter Einhelligkeit absaugen.

Die Karawane des großen Geldes ist offensichtlich so schnell, dass sie vor einem Beschluss bereits die Richtung wechseln und sich vorübergehend an günstigeren Plätzen im Windschatten der Kleinsparer verstecken und die Entwicklung beobachten kann – bis sich der Milliarden Moloch aus Zinsen, Gewinnen aus Geldwäsche und Derivaten erhebt, um eine neue Oase zu suchen. Derweil wird von den Regierungen getestet, wie viel sich von den Sparkonten der EU-Bürger abziehen lässt.

Die Ereignisse auf Zypern sind in jedweder Hinsicht eine Warnung – ein deutliches Zeichen, dass wir einen Wandel brauchen, der wieder die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in einer sozialen Marktwirtschaft belebt und festigt.

Es ist nicht zu spät, die Sparer in Ruhe zu lassen und dafür schnellstens die Regulierung der Finanzmärkte und des Bankenwesens umzusetzen. Mit Geld mehr Geld verdienen zu wollen ist kein Weg, um mehr Werte zu schaffen. Wir sehen, wie schnell sich das Geld verflüchtigt und wertlos wird, wenn das Geld wieder mit Geld im Wert aufrechterhalten werden soll.

Es hat niemand zugestimmt, dass ein Krieg um Geld geführt werden soll. So kann es auch keine Kriegsabgabe geben. Die Koalition aus Banken und Großanlegern muss ihre Probleme selber lösen und es ist Unrecht, wenn sie dabei auf Sparbücher Ansprüche erheben. Diese Beträge haben weder die Regierungen noch die Banken erarbeitet, die sind ihnen zu Verwahrung anvertraut worden. Wir brauchen einen Wandel – Mehrwert an Demokratie.

http://www.heute.de/Präsident-will-nun-doch-Kleinsparer-schützen-27087002.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zypern-rettung-trifft-griechische-sparer-a-889261.html
http://www.handelsblatt.com/politik/international/zwangsabgabe-fuer-sparer-die-zyprer-bangen-um-ihr-geld/7941008.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/rettungspaket-fuer-zypern-tabubruch-zum-schaden-der-sparer-1.1626835

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