Der goldene Mittelweg – Nullmeridian erinnert an die Zukunft

Auf einer Konferenz in Washington wurde am 13.10.1884 beschlossen den Nullmeridian auf die Königliche Sternwarte in Greenwich, London zu legen. Von da werden seit dem je 180 Längengrade in westlicher und östlicher Richtung gezählt. Durch dieses neue System wurde eine genaue Ortsbestimmung in Längen- und Breitengraden möglich. Die Tatsache, dass der Nullmeridian durch Greenwich verläuft, verdeutlicht die damalige Bedeutung Großbritanniens als Handels- und Seemacht.

Wozu werden Weltmächte gebraucht? – Die Suez-Krise
Nassers Einfluss wuchs auch überregional und er nahm den Suez-Kanal in Besitz. Das bedeutete, Ägypten war nun in der Lage, den gesamten ausländischen Schiffsverkehr und Handel zu blockieren. Großbritannien sah darin eine Bedrohung seiner wirtschaftlichen und militärischen Interessen.
Auch den Zorn Frankreichs zog Nasser auf sich, weil er militante nationale Bewegung gegen die französischen Kolonialisten in Algerien unterstützte. So liefen die Interessen von Großbritannien, Frankreich und Israel allmählich zusammen. 1956 wurde ein geheimer Plan für einen zweiten arabisch-israelischen Krieg entworfen, der Nasser zu Fall bringen sollte.
Nach diesem Plan sollte Israel Ägypten angreifen. Dann würde eine britisch-französische Einheit einschreiten und zunächst so tun, als wolle sie die Kämpfenden trennen, um dann in Wirklichkeit ebenfalls Ägypten anzugreifen. Die Operation wurde im Oktober 1956 begonnen und brachte erhebliche militärische Erfolge. Doch die drei Alliierten hatten ein großes Problem übersehen: Mit ihrer Unternehmung brachten sie den US-Präsidenten Eisenhower gegen sich auf, der gerade den Frieden zum Motto seiner aktuellen Wahlkampagne zur Wiederwahl gemacht hatte. Er verlangte, die Militäraktion unverzüglich abzubrechen, und man sah sich gezwungen, dem Folge zu leisten. Sowohl Großbritannien als auch Frankreich verloren nach dieser schmählichen Niederlage ihren Status als Weltmacht. Nasser dagegen wurde zum Helden der arabischen Welt und eine noch viel größere Bedrohung für den jungen jüdischen Staat.

Erst dreißig Jahre her – es kommt mir wie gestern vor
Der seit den Dreißiger-Jahren des vorigen Jahrhundert in Palästina tobende Terror wurde nach Europa getragen. Am 13. Oktober 1977 entführten Terroristen die Lufthansa-Maschine „Landshut“. Für 86 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder der „Landshut“ wurde die Heimreise vom Urlaubsort Mallorca somit zu einer mörderischen Falle. 106 Stunden befanden sie sich in der Gewalt von Terroristen. Erst 30 Jahre nach den dramatischen Ereignissen ist es möglich, den Schleier über einigen der vielen Geheimnisse von „Mogadischu“ zu lüften.

Der frühere Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, Ricardo Sanchez, hat die Irak-Strategie des Weißen Hauses in seltener Schärfe kritisiert. „Nachlässigkeit und Inkompetenz“ des Nationalen Sicherheitsrates hätten zu der derzeitigen Situation im Irak geführt, die General Sanchez als „Albtraum ohne Ende“ bezeichnete.

„Der Jammer mit den Weltverbesserern ist, dass sie nicht bei sich selber anfangen.“
Mark Twain (1835-1910), eigtl. Samuel Langhorne Clemens, amerik. Schriftsteller

Und so haben sie massive Schulden, die uns alle terrorisieren
Im Jahr 2000 war als Trend klar erkennbar, dass sich sowohl Privatleute als auch die USA Regierung Woche für Woche und Monat für Monat höher verschulden würden. Zur gleichen Zeit erleichterte die amerikanische Zentralbank weitere Kreditgewährungen und Verschuldungen, indem sie geringe Zinssätze anbot und den Markt mit Bargeld überflutete. Das Unheil war nicht mehr zu übersehen: der Dollar geriet in eine Abwärtsspirale. Dann kam 9/11 und es wurde noch mehr Geld für den Kampf gegen den Terrorismus ausgegeben. Damit einher ging das wachsende Handelsungleichgewicht der USA mit dem Rest der Welt, insbesondere mit China. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Überflutung mit neuem Bargeld und die leichtfertige Kreditvergabe auf dramatische Weise durch die Realität eingeholt würden.

USD als Zeitbombe
In diesem Sommer bekamen wir die schrecklichen Ergebnisse zu sehen. Die US-Hypothekenkrise brachte den Markt vollständig ins Schleudern. Der Goldpreis fing, an zu steigen, während die Kurse aller Standardaktien gnadenlos gesunken sind. Viele Investoren mögen glauben, dies ist nur eine ganz normale Flucht in Qualitätsanlagen. Stimmt zwar, aber diesmal ist tatsächlich ein weit größeres Geldentwertungsproblem mit der US-Hypothekenkrise verbunden, das den Goldpreis nach oben treibt. Denn was war die Antwort der Zentralbank, um den Markt im Hinblick auf die schwierigen Kreditprobleme zu beruhigen? Sie ließ noch mehr Geld drucken.

“Ich sehe nicht, wie der Dollar nicht nach unten gehen sollte.” (Warren Buffett)
Seit 1950 ist die zirkulierende Geldmenge um über 3.000 % angewachsen. Es ist eine einfache ökonomische Tatsache, dass der Preis oder der Wert abnimmt, wenn man von einer Sache mehr produziert. Es ist egal, ob es sich dabei um Plasma-TVs, Hybridautos oder Papiergeld handelt. Im letzten Jahrhundert ist die Kaufkraft des Dollar um 96 % zurückgegangen. Gegenüber dem, was mit dem Dollar früher gekauft werden konnte, ist er jetzt nur noch Pennies wert. Bei einer Schuldenlast, die täglich um 1,44 Milliarden USD anwächst, ist es kein Wunder, dass der USD gegenüber den anderen Währungen und gegenüber Gold immer mehr an Substanz verliert. 2002 fasste der heutige US-Notenbankchef Ben Bernanke den Niedergang des Dollar mit folgenden Worten zusammen: „Wie Gold hat auch der US-Dollar nur in dem Ausmaß Wert, in dem sein Angebot strikt limitiert wird.“

Aber die US-Regierung hat eine Technologie, Druckpresse genannt (bzw. ihre heutige elektronische Entsprechung), die es ihr ermöglicht, praktisch ohne Kosten so viele US-Dollar herzustellen, wie sie wünscht. In einem Punkt liegt US-Notenbankchef Ben Bernanke jedoch nicht ganz richtig. Es gibt Kosten, die vielleicht nicht die Notenbank zu tragen hat, aber mit Sicherheit jeder Steuerzahler in den USA bzw. jeder Eigentümer von US-Dollars im Ausland. Und zwar in Form der Entwertung des US-Dollar gegenüber Gold und anderen Währungen. Es ist interessant festzustellen, dass im Lauf der Geschichte kein Papiergeldsystem (Fiat-Money-System) je überlebt hat. Dagegen wird Gold schon von Anbeginn der Geschichte seit über 2.000 Jahren als Zahlungsmittel verwendet.

Neben der Problematik der steigenden Schulden ist ein großer Teil von US-Obligationen im Besitz von Ausländern, insbesondere im Besitz von China und Japan, die etwa 906 Milliarden USD von den 1,1 Billionen USD an ausländischen US-Schatzbriefen besitzen. Wenn der US-Dollar weiterhin an Substanz gegenüber ausländischen Währungen verliert, verlieren die Inhaber von US-dominierten Schuldscheinen ihren Besitz und ihre Geduld. Auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz verkündete der Hauptredner Chinas: „Der USD ist unserer Meinung nach keine stabile Währung mehr. Er verliert mehr und mehr an Wert … die Frage ist daher, wie man von einem durch US-Dollar gestützten System hin zu einer besser handhabbaren Referenz, wie beispielsweise dem Euro, übergehen kann …“

Peking meldete kürzlich den Start eines neuen Superfonds: Die staatliche Investmentgesellschaft China Investment Corp. (CIC) soll 140 Milliarden € an den Finanzmärkten investieren. Aufgabe der neuen Gesellschaft ist es, die Erträge aus den staatlichen Reserven in Gesamthöhe von fast 1 Milliarde € zu maximieren. Im Mai hatte sich die CIC – obwohl sie offiziell noch gar nicht gestartet war – bereits mit 3 Milliarden USD beim US-Finanzinvestor Blackstone eingekauft. Medienberichten zufolge will CIC unter anderem in chinesische Banken und andere große Staatskonzerne investieren.

Die große Nachricht ist aber, dass China bereits seine US-Dollar verkauft und GOLD einkauft. Vor kurzem hat China etwa 2,4 % seiner Dollarnoten gegen Gold eingetauscht. Gold hat einen besseren Wachstumsfaktor – sein Wert hat sich seit 2001 fast verdreifacht. Das zweischneidige Schwert ist hierbei, dass die Zinsraten pauschal ansteigen werden, wenn die USA keine Ausländer für die Finanzierung ihrer Schulden mehr finden können. Wenn der Marktniedergang im August unangenehm war, könnte es sein, dass sich eine Krise mit epischen Ausmaßen gerade erst aufbaut. Goldwerte werden in der Geschichte der Welt stabiler als jede andere Form von Geld gewesen sein.

Das ist die wirtschaftliche Entwicklung einer Großmacht, die sich damit auszeichnet, kein Maß akzeptieren und das Leben so definieren wollen, wie sie es sich denkt – an der Realität vorbei missachtet sie ihren eigenen Vorurteilen folgend den Goldenen Mittelweg. Bei Finanzen den Goldstandard zur Geldwert-Absicherung.

Vielleicht haben die Skandinavier die drohende Erderwärmung mit den daraus folgenden Katastrophen in den inflationär agierenden Händen der amerikanischen Regierung nicht gut aufgehoben gesehen. Die zunächst stringente Weigerung, eine Umweltfrage zu akzeptieren wechselt unter dem Druck des amerikanischen Wahlkampfes zu einem plötzlichen und deshalb nicht glaubwürdigen Wahlkampf-Aktivismus. Daher erscheint es plausibel, einen mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, der sich für die Umwelt ernsthaft international einsetzt und schon mal in der amerikanischen Regierung Mitglied war.

Der gerade mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete UNO-Weltklimarat (IPPC) verschärft noch einmal seine Warnung: In einem vierten und abschließenden Bericht heißt es, die Welt trete in eine „neue Klima-Epoche“ ein – und die könnte mörderisch sein.
Entsprechend zitiert die „Welt am Sonntag“ aus dem Bericht, über den Mitte November im spanischen Valencia beraten wird. Die Erderwärmung sei mit größter Wahrscheinlichkeit auf den Menschen zurückzuführen. Bis 2099 könne die Erdtemperatur sogar um sechs Grad Celsius steigen, ein Anstieg der Meeresspiegel sei nicht mehr zu verhindern.
Auch bei einem nur mäßigen weiteren Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen sehe der Klimarat auf lange Sicht vier zentrale Gefahren, heißt es. Einzigartige, bedrohte Systeme und Tierarten würden aussterben. Zweitens nähmen extreme Wetterereignisse in ihrer Häufigkeit und an Stärke zu. Drittens schaffe der Klimawandel neue Verliererregionen und Verlierergesellschaften. Und viertens nehme das Risiko großer „Singularitäten“ wie das Abrutschen großer Eismassen in der Arktis oder der Abriss des Golfstroms zu.
Es gebe allen Grund zur Annahme, dass mit dem internationalen Kohlendioxid-Handel die Basis für eine weitere Reduzierung von Treibhausgasemissionen gelegt sei. Auch neue Investitionen in die Energieversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern würden die Welt diesem Ziel ein Stückchen näher bringen. Weltweit sei das ökonomische Potenzial für solche Schritte vorhanden.

„Mit der Verleihung des Nobelpreises 2007 an den IPCC und Al Gore möchte das Nobelkomitee zu größerer Aufmerksamkeit für die Prozesse und Entscheidungen beitragen, die offensichtlich notwendig sind, um das künftige Klima der Welt zu schützen und damit die Bedrohung für die Sicherheit der Menschheit zu vermindern. Handeln ist notwendig, bevor der Klimawandel für Menschen außer Kontrolle gerät.

Friedensnobelpreisträger Al Gore will die Auszeichnung dazu nutzen, künftig noch stärker auf die Gefahren des Klimawandels hinzuweisen. „Ich werde die Ehre und Anerkennung des Preises so gut wie möglich verwenden, um das Bewusstsein (mit Blick auf den Klimawandel) noch schneller zu verändern“, sagte Gore am Freitag in Kalifornien. Die Welt habe angesichts der fortschreitenden Erderwärmung mit einem „echten globalen Notstand“ zu tun.
Er hat den Oscar, er hat den Emmy, und jetzt bekommt er auch den Friedensnobelpreis. All das kann Al Gore bisher nicht bewegen, nach der Niederlage im Jahr 2000 erneut für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren. Er will lieber noch stärker auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen.
Gore liegt demoskopisch bei zehn Prozent Zustimmung, Hillary Clinton bei 43, und achtzig Prozent der Demokraten sagen, sie seien mit dem Feld der Bewerber zufrieden. Es gibt keine Sehnsucht nach Gore. Das könnte sich ändern, wenn Clinton stolpert. Derzeit ist das nicht zu sehen. Die Friedensnobelpreisverleihung an Gore zeigt, dass seine Bedeutung international anders als im amerikanischen Inland gesehen wird.

Gores Zentralthema spielt im Wahlkampf keine Rolle. „Umwelt“ benannten in einer Gallup-Umfrage vom 7. Oktober nur ein Prozent der Befragten als Problem. 33 Prozent votierten für den Irak, 13 Prozent für das Gesundheitssystem, neun Prozent für die Einwanderung. „Umwelt“ hat dieselbe Dringlichkeit wie „Wahlrechtsreform“, nämlich keine. Gore wird nicht gebraucht. Dann fragt man sich aber auch – ist überhaupt die Erfordernis von Weltmächten sinnvoll, wenn sich die Weltmächte ihrer internationalen Verantwortung weder bewusst sind, noch stellen. Und das betrifft alle (wie viele gibt es eigentlich gerade?).

Insofern ist zu erwarten, dass das passiert, was für die amerikanische Politik insgesamt derzeit charakteristisch ist: Ungelöste Probleme werden an die Nachfolge-Regierung weitergereicht. Doch bis die übernimmt – unter wessen Führung auch immer – gehen noch 16 Monate ins Land. Und die werden auch für alle teuer werden.

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