Steuersenkung und staatlicher Rentenfond für alle

Leider regiert immer noch die Psychologie und das Prinzip Hoffnung. So wird inzwischen über die Hoffnung gesprochen, dass die Subprime-Krise langsam durchstanden sei. Die aktuelle Ausgabe des „Wall Street Journal” sieht dies aber anders. Unter der Überschrift „Rising Rates to Worsen Subprime Mess“ wird darauf verwiesen, dass das Schlimmste erst noch bevorsteht („The subprime mortgage crisis is poised to get much worse.“): So dürften die Fälle von Zwangsvollstreckungen und Zahlungsausfällen nochmals deutlich zunehmen, da bei vielen Hypothekenkrediten schon bald automatische Zinserhöhungen anstünden. Im kommenden Jahr betreffe dies niedrig besicherte Kredite im Wert von rund 362 Mrd. Dollar (244 Mrd. Euro), so das „Wall Street Journal”, das sich auf Daten der Bank of America beruft. Wie so etwas geschehen kann, ist schnell erklärt. In Deutschland sorgt ein fester Zinssatz über beispielsweise zehn oder mehr Jahre bei Hypothekenkrediten für Sicherheit. In den USA ist dies anderes. Dort wird – um Kunden anzulocken – mit einem niedrigen Zinssatz gestartet. Dieser wird im Laufe der Zeit automatisch nach oben angepasst. Diese Anpassung dürfte für einen typischen Kreditnehmer im kommenden Jahr zu einer Zusatzbelastung von rund 350 Dollar pro Monat führen. Die Folge: Allein in diesem Jahr werden in den USA 1,35 Mio. Häuser zwangsvollstreckt. Im kommenden Jahr soll diese Zahl auf 1,44 Mio. steigen. Jede Krise, die sichtbar ist, kann nur so schlimm sein, wie unvorbereitet man sie auf sich zukommen lässt. Deshalb wird es überaus interessant werden, wie die Industriestaaten das Finanzsystem stabilisieren wollen. Ein wichtiges Kriterium dabei wird es sein: wird dem Bürger, hier vornehmlich in der EURO-Zone und noch näher; bei uns in Deutschland, weiter tief in die Tasche gegriffen, oder kommen endlich die nachhaltigen steuerlichen Entlastungen durch Steuerreform und, genauso wichtig, wird endlich damit begonnen, einen staatlichen Kapital bildenden Renten-Stock anzulegen. Wenn wir diesen Stock in den sechziger Jahren angelegt hätten, dann gäbe es keine Rentendiskussion. Dafür und für Steuersenkungen ist es aber nie zu spät. Auch der Staat muss zum Riester…und einen Rentenfond anlegen. Es kann nicht sein, dass nur auf den Verbraucher mit seiner Anzahl an Einkaufstüten vor Weihnachten geschielt wird, es gibt wichtigere Stellschrauben, die eine nachhaltige Sicherung des erarbeiteten Volksvermögen zu sichern helfen und die Lösungen von anstehenden Innovationen – wie psychosoziale Gesundheit – erleichtern.

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